Freitag, 24. Oktober 2008

"Willkommen im Land der Toten!"

Hi alle zusammen! Ich bin seit gestern wieder von meiner 3-Tage-Tour nach Kangaroo Island zurueck in Adelaide. Wenn ihr euch jetzt ueber die komische Ueberschrift wundert: Das war die Begruessung unseres Guides auf Kangaroo Island, als wir mit der Faehre in Penneshaw (Hafendorf auf Kangaroo Island) angekommen sind.

Die Aboriginals in South Australie glauben naemlich, dass sie Seelen der Toten vom Festland auf die Insel reisen, dort eine lange Party feiern um dann in den Himmel zu gehen. Aber wir haben die Insel nicht als Land der Toten kennengelernt, ganz im Gegenteil! Vielmehr wimmelt es dort nur so von Leben! Zwar war der erste Eindruck der Insel nicht sonderlich ueberragend: Das Wetter war schlecht, es war kalt und windig, und die Landschaft sieht eigentlich aus, wie ueberall in Suedaustralien: gelbe Kornfelder, gruene Waelder und viele viele Schafe. Aber dann sind wir zu unserem ersten Strand gefahren, und dort wurde uns klar, warum die Insel was ganz Besonderes ist:

Kaum 5 Minuten an dem Strand sahen wir schon eine Delfinschule vorbeischwimmen (endlich Defline!!!!!) und gleich um die Ecke sassen bruetende Pinguine in den Felsen! Wo hat man sowas sonst auf der Welt? Das war einfach total ueberwaeltigend!

Von dem Strand gings dann weiter nach Cape Willoughby, dem oestlichsten Punkt der Insel, an der ein sehr alter Leuchturm steht, auf den wir aber leider nicht hochdurften.....

Aber man hatte auch vom Fusse des Turms einen super Ausblick ueber die Kueste und ueber das Meer, das von uns allen (vergeblich) nach Walen abgesucht werden, die sich hier sonst gerne aufhalten. Danach gings dann wieder in den Bus Richtung Hauptinsel. Kangaroo Island besteht naemlich aus einer Haupt- und einer kleinen Halbinsel, die nur ueber eine sehr kleine Landbruecke verbunden sind. Auf dieser Bruecke ist ein riesiger Sandberg (dessen Namen ich allerdings nicht mehr weis). Auf den Berg fuehren 500 Stufen hoch und von dort hat man einen super Ausblick ueber halb Kangaroo Island (die Insel ist uebrigens riesig! Ueber 150 Kilometer lang und genau 509 Kilometer Kuestenlinie):

Das Meer um die Insel hat echt krasse Farben, das kommt auf den Bildern allerdings nciht ganz so gut rueber. Danach gings wieder an den Strand, dieses Mal an die D'Estrees Bay. Dort gab es zwar weder Pinguine, noch Delfine, aber es war auch so einfach sehr gigantisch! Und immerhin haben wir eine gut 2cm lange Ameise gesehen, die, wie soll es auch anders sein, sehr gefaehrlich sein kann, wenn sie einen beisst..... Aber es ist zum Glueck nichts passiert!
Anschliessend haben wir uns dann auf zu unserer Unterkunft fuer die naechsten 2 Naechte gemacht: Kaiwarra Cottage, in der Naehe der beruehmten Seal Bay. Zu unserer Ueberraschung stellte sich das Hostel (wie es im Prospekt genannt wird) als richtiges Einfamileinhaus heraus, also richtig mit Kueche, Ess- und Wohnzimmer mit Kamin und allem drum und dran. Und das ganz fuer uns allein! Hatten sogar einen Hund, eine Katze und 2 Koalas im Garten! Hatten dort echt jede Menge Spass und am Abend gabs dann noch ein gemuetliches Lagerfeuer im Garten.

Am naechsten Morgen um 8 ging unser Programm dann weiter. Diesmal eine Wanderung zur Hanson Bay. Die Wanderungs an sich war auf den ersten 6 Kilometern nicht sehr spektakulaer, denn es ging durch einen Wald, der immer gleich aussah.... aber dann, als wir etwas tiefer in den Wald kamen, hat die Insel ihrem Namen alle Ehre gemacht: Vor uns sind 2 Kangaroo Island Kaengurus vorbeigelaufen, ohne sich von uns auch nur irgendwie gestoert zu fuehlen! Gleich ein paar Meter weiter haben wir dann einen Ameisenigel gesehen, was sehr selten ist, denn diese merkwuerdigen Tiere siht man tagsueber nur sehr sehr selten! 10 Mintuten spaeter haben wir dann noch einen gesehen... muss wohl unser Glueckstag gewesen sein! Nach 9 Kilometern sind wir dann endlich am Ziel angekommen, der Hanson Bay:
Einfach geil, oder? Dort hatten wir die Gelegenheit, zu baden, aber bei nur 17 Grad Wassertemperatur (das Meerwasser kommt aus der Antarktis) und sehr kaltem Wind (kommt ebenfalls aus der Antarktis) habe ich dann aber dankend abgelehnt.
Von der Hanson Bay gings dann weiter zur beruehmten Seal Bay, der Heimat von 700 Australischen Seeloewen! War echt unglaublich, der ganze Strand war voller schlafenden Robben! Sie haben alle geschlafen, weil sie immer 3 Tage am Stueck im Meer auf Jagd sind und dann 3 Tage am Stueck am Strand durchschlafen. Mit unserem Guide sind wir relativ nah an die Tiere rangekommen! Ein Paradies fuer jeden Tierfreund!
Nach einem kurzen Mittagessen gings dann nach Little Sahara. Little Sahara besteht aus mehreren, riesigen Sandduenen, die sich super dazu eignen, mit einem Sandboard runterzufahren und dabei ordentlich auf die Schnauze zu fliegen.... :) Nach ein paar Versuchen hatte man dann allerdings raus, wie das ganze funktioniert, und man konnte enigermassen elegant und ohne ein Mund voller Sand unten ankommen:
Nach Sonnenuntergang gings dann sandgebadet (ich hab heute noch ueberall Sand!) nach Vivonne Bay, bekannt fuer seine Pinguine. In Australien leben die kleinsten Pinguine der Welt, die Eselpinguine. Diese sind den ganzen Tag im Meer unterwegs und nach Einbruch der Dunkelheit kommen sie zurueck an die Kuste und klettern die Felsen am Strand hinauf, zum Teil bis zu einem Kilometer ins Landesinnere. Echt unglaublich, dass so kleine Tiere so grosse Felsen hochklettern koennen. Wir durften sie bei unserer Nachtwanderungs dabei beobachten: Sieht echt superlustig aus! Allerdings durften wir keine Fotos machen, weil die Voegel sehr empfindlihe Augen haben, und bei einem Blitzlicht gewitter koennen sie sehr schnell ihr Augenlicht verlieren!
Am naechsten Morgen gings dann auf zu den Remarkable Rocks, dem Wahrzeichen Kangaroo Islands. Sehen echt sehr surreal aus! Passen gar nicht ins Landschaftsbild rein, aber zwischen denen rumzulaufen ist einfach gigantisch, weil die Felsen zum einen riesig sind und zum anderen auf einem Vulkankegel liegen, der aus dem Meer rausschaut und darum hat man einen genialen Rundumblick auf die Kueste.
Nach sehr sehr vielen Bildern und Gruppenfotos ging die Fahrt weiter an der Nordkueste entlang zum Admirals Arch, einem Kuestenabschnitt, an dem es wieder von Robben nur som wimmelt (allerdings sind das Neuseelaendische Pelzrobben, die etwas groesser sind, als die Australischen und auch etwas strenger riechen).
Um die Gewaesser um Admirals Arch lauern auch sehr viele Weisse Haie! Nicht selten sieht man sie bei der Robben oder Moewenjagd (die Moewen sind hier uebrigens riesig! Die haben mindestens 3 Meter Fluegelspannweite!). Aber leider haben wir keinen Hai gesehen.
Anschliessend gabs dann Mittagessen an der Stokes Bay, wieder einem sehr sehr schoenen Strand. Waehrend dem Essen haben wir Besuch bekommen, der sich an unseren Vorraeten zu schaffen machen versuchte:
Von der Stokes Bay gings dann wieder zurueck Richtung Penneshaw wo wir mit einem kleinen Fischerboot zum Festland uebersetzten. Wahrend der einstuendigen Fahrt hatten wir dann ein letztes Highlight: direkt vor der rechten Seite unseres Bootes (also direkt vor mir :)) ist ein Delfin mehrere Meter aus dem Wasser hochgesprungen und dann unter uns hindurchgetaucht! Das war vielleicht geil! Ging aber leider sehr schnell, darum gibts davon keine Fotos....
Um halb 8 waren wir dann zurueck in Adelaide, wo ich jetzt immernoch bin. Heute Abend gibt es noch ein Treffen mit der Gruppe und morgen frueh gehts dann weiter Richtung Melbourne! Kanns kaum erwarten, mal wieder in eine RICHTIGE Grossstadt zu kommen!

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